Weiß die Demokratie, was ich will?

Bericht zum nachlesen: Löhne im Umbruch Definitionsversuche der Demokratie Demokratie ist ein abstrakter Begriff. Wie man ihn konkretisieren kann, wurde in Löhne, Ostwestfalen, diskutiert (taz, April 2017)

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Bündnistreffen am 08.05.2017

Jeder, der sich einbringen möchte, ist eingeladen an den offenen Veranstaltungen des Bündnisses teilzunehmen. Die Sitzung beginnt am Montag um 19 Uhr im Jugendzentrum Riff.

Allee des Grundgesetzes wächst

10 Apfelbäume „In der Heide“

Es ist das Ergebnis einer Idee, die im wahrsten Sinne des Wortes gewachsen ist.

Unser Einsatz gegen die „Reichsbürger“ wurde vom bundesweiten „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ ausgezeichnet und mit 2.000 Euro Preisgeld belohnt.

Diesen Preis wollten wir an die Löhnerinnen und Löhner zurückgeben, die uns eifrig unterstützen.

Wir haben lange diskutiert, wie wir damit den größten Mehrwert schaffen. Das Stadtbild sollte verschönert werden, so dass jeder etwas davon hat. Man soll lange und ökologisch nachhaltig etwas davon haben… Die Reichsbürger verleugnen das Grundgesetz, also zeigen wir die Lebendigkeit! Und genau darin liegt doch der größte Wert: Das Grundgesetz ist unsere gemeinsame Wertebasis, auf die wir uns verlassen können. Wenn wir uns im in der Welt umsehen, ist das gar nicht so selbstverständlich…

Die Grundrechte sind ein bisschen wie die Wurzeln der Gesellschaft. Gepflegt und geachtet tragen sie leuchtende Früchte wie ein Baum.

Die Bedeutungsvielfalt der „Alle des Grundgesetzes“ ist schließlich durch die Bewerbungen der Patinnen und Paten gewachsen. Am 20.Januar 2017 haben wir das gemeinsam in den Betriebsstätten des Wittekindshofes gefeiert.

Ganz besonderer Dank gilt den Menschen, die diese Projekt möglich gemacht haben und besonders unterstützen: Die Schirmherrin, die Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Frau Christina Kampmann, die Stadt Löhne, die Familie Blomeyer.

Mehr und laufend erfahrt ihr in eurer Lokalzeitung:

23.01.2017:

http://www.westfalen-blatt.de/OWL/Lokales/Kreis-Herford/Loehne/2670860-Paten-der-Allee-des-Grundgesetzes-erhalten-Urkunden-Schirmherrin-sagt-ab-Loehne-bleibt-in-guter-Verfassung

http://www.nw.de/lokal/kreis_herford/loehne/loehne/21552778_Allee-des-Grundgesetzes-eingeweiht.html

16.01.2017:

http://www.westfalen-blatt.de/OWL/Lokales/Kreis-Herford/Loehne/2664577-Feierstunde-mit-allen-Paten-am-Freitag-an-der-Allee-des-Grundgesetzes-Denkmal-fuer-die-Demokratie

23.09.2016:

http://www.westfalen-blatt.de/OWL/Lokales/Kreis-Herford/Loehne/2543906-Familienministerin-wird-Schirmherrin-der-Allee-des-Grundgesetzes-Verfassung-bleibt-besonders

http://www.nw.de/lokal/kreis_herford/loehne/loehne/20926913_Ministerin-wird-Schirmherrin-der-Allee-des-Grundgesetzes.html

07.09.2016: http://www.nw.de/lokal/kreis_herford/loehne/loehne/20908921_Die-Allee-des-Grundgesetzes.html

http://www.epd.de/landesdienst/landesdienst-west/schwerpunktartikel/allee-des-grundgesetzes-wirbt-für-demokratie-engag

 

Löhne nun ohne „Germanitenbotschaft“ – Gut so!

Stellungnahme des Löhner Bündnis „Gemeinsam für Vielfalt“

Pünktlich zum Löhner Oktoberfest haben die rechtsextremen „Reichsbürger“ die Zwangsversteigerung ihres ehemaligen Büros zum Anlass genommen und sämtliche sichtbaren Hinweise auf ihre Aktivitäten am Gebäude entfernt.

Das Bündnis „Gemeinsam für Vielfalt“ freut sich hierüber: Es hat uns lange gestört, dass die verfassungsfeindliche Gruppierung aus dem Kreise der Reichsbürger am Festplatz für sich und ihre fremdenfeindliche, rassistische „Botschaft“ werben konnte. Nun sind ihre Ideen fürs Erste aus dem Stadtbild verschwunden. Wir sind erleichtert, dass das Gebäude entgegen anderer Ankündigungen friedlich geräumt wurde. Es war uns wichtig, dass die Irr-Botschaft aus dem Stadtbild verschwindet und nicht zur Selbstverständlichkeit wird. Als Löhnerinnen und Löhner haben wir bereits 2012 demonstriert: „Germaniten keine Plätze bieten!“. Dies wird mit dem Einzug des Investors umgesetzt.

Mit dem Wegfall des „Germanitenbüros“ dürfte die organisatorische Infrastruktur der „Justizopferhilfe“ empfindlich gestört worden sein. Das sog. Beratungsbüro auf dem Privatgelände wurde auch für Plakatierungen im Schaufenster genutzt. Die Zentrale diente als Anlaufstelle, um Menschen anzusprechen und um die rechte Ideologie zu verbreiten. Wir hoffen, dass es für die Drahtzieher zumindest für eine Weile schwieriger geworden ist, sich zu organisieren und neue Mitglieder zu finden.

Im Zusammenhang mit diesem Erfolg möchten wir darauf hinweisen, dass zahlreiche gesellschaftliche Kräfte an diesem Erfolg beteiligt sind. Löhner Behörden und Verwaltung reagierten in der letzten Zeit sehr sensibel, umsichtig und engagiert. Wir begrüßen insbesondere die klare Stellungnahme des Jugendamtes zur Verbindung der Selbstsicherheitsschule Pelikan mit der „Justizopferhilfe“ als auch das Engagement im Rahmen der Zwangsversteigerung des „Botschafts-Gebäudes“. Auch die lokale Presse hat dazu beigetragen, Zusammenhänge aufzudecken und transparent zu machen. Wir denken, dass diese gemeinsame Entschlossenheit beispielhaft ist und es den Reichsbürgern schwer fallen wird, neue Räume in Löhne zu finden.

Neben der Freude sind wir auch skeptisch. Die selbsternannte „Justizopferhilfe (JOH)“ redet von einem Plan B. Die sogenannten Reichsbürger sind zumindest kreativ darin, sich neue Hirngespinste und Wege auszudenken. Wir teilen die Befürchtung, dass das Problem verschoben wird. Das Vollstreckungsverfahren stellt auch einen bequemen Weg dar, sich mit dem Problem an sich nicht auseinanderzusetzen. Uns ist klar, dass die „JOH“ nur ihre Räume verloren hat. Die federführenden Personen werden ihre Ansichten und Ideen weiterhin behalten und verbreiten wollen. Alle Bürger in Löhne und auch darüber hinaus sollten besonders aufmerksam sein und auf Aktivitäten der „JOH“ achten. Bitte melden Sie neue Erkenntnisse dem Löhner Bündnis „Gemeinsam für Vielfalt“. Besonders Vermieter und Verpächter sollten besonders darauf bedacht sein, dass die „JOH“ auf der Suche nach einer neuen Immobilie ist.

Behörden und Zivilgesellschaft müssen weiterhin wachsam sein, sensibel mit dem Thema umgehen und die Strategie der Rechtsextremisten offenlegen. „Gemeinsam für Vielfalt“ wird daher weiter aktiv bleiben.