Löhne nun ohne „Germanitenbotschaft“ – Gut so!

Stellungnahme des Löhner Bündnis „Gemeinsam für Vielfalt“

Pünktlich zum Löhner Oktoberfest haben die rechtsextremen „Reichsbürger“ die Zwangsversteigerung ihres ehemaligen Büros zum Anlass genommen und sämtliche sichtbaren Hinweise auf ihre Aktivitäten am Gebäude entfernt.

Das Bündnis „Gemeinsam für Vielfalt“ freut sich hierüber: Es hat uns lange gestört, dass die verfassungsfeindliche Gruppierung aus dem Kreise der Reichsbürger am Festplatz für sich und ihre fremdenfeindliche, rassistische „Botschaft“ werben konnte. Nun sind ihre Ideen fürs Erste aus dem Stadtbild verschwunden. Wir sind erleichtert, dass das Gebäude entgegen anderer Ankündigungen friedlich geräumt wurde. Es war uns wichtig, dass die Irr-Botschaft aus dem Stadtbild verschwindet und nicht zur Selbstverständlichkeit wird. Als Löhnerinnen und Löhner haben wir bereits 2012 demonstriert: „Germaniten keine Plätze bieten!“. Dies wird mit dem Einzug des Investors umgesetzt.

Mit dem Wegfall des „Germanitenbüros“ dürfte die organisatorische Infrastruktur der „Justizopferhilfe“ empfindlich gestört worden sein. Das sog. Beratungsbüro auf dem Privatgelände wurde auch für Plakatierungen im Schaufenster genutzt. Die Zentrale diente als Anlaufstelle, um Menschen anzusprechen und um die rechte Ideologie zu verbreiten. Wir hoffen, dass es für die Drahtzieher zumindest für eine Weile schwieriger geworden ist, sich zu organisieren und neue Mitglieder zu finden.

Im Zusammenhang mit diesem Erfolg möchten wir darauf hinweisen, dass zahlreiche gesellschaftliche Kräfte an diesem Erfolg beteiligt sind. Löhner Behörden und Verwaltung reagierten in der letzten Zeit sehr sensibel, umsichtig und engagiert. Wir begrüßen insbesondere die klare Stellungnahme des Jugendamtes zur Verbindung der Selbstsicherheitsschule Pelikan mit der „Justizopferhilfe“ als auch das Engagement im Rahmen der Zwangsversteigerung des „Botschafts-Gebäudes“. Auch die lokale Presse hat dazu beigetragen, Zusammenhänge aufzudecken und transparent zu machen. Wir denken, dass diese gemeinsame Entschlossenheit beispielhaft ist und es den Reichsbürgern schwer fallen wird, neue Räume in Löhne zu finden.

Neben der Freude sind wir auch skeptisch. Die selbsternannte „Justizopferhilfe (JOH)“ redet von einem Plan B. Die sogenannten Reichsbürger sind zumindest kreativ darin, sich neue Hirngespinste und Wege auszudenken. Wir teilen die Befürchtung, dass das Problem verschoben wird. Das Vollstreckungsverfahren stellt auch einen bequemen Weg dar, sich mit dem Problem an sich nicht auseinanderzusetzen. Uns ist klar, dass die „JOH“ nur ihre Räume verloren hat. Die federführenden Personen werden ihre Ansichten und Ideen weiterhin behalten und verbreiten wollen. Alle Bürger in Löhne und auch darüber hinaus sollten besonders aufmerksam sein und auf Aktivitäten der „JOH“ achten. Bitte melden Sie neue Erkenntnisse dem Löhner Bündnis „Gemeinsam für Vielfalt“. Besonders Vermieter und Verpächter sollten besonders darauf bedacht sein, dass die „JOH“ auf der Suche nach einer neuen Immobilie ist.

Behörden und Zivilgesellschaft müssen weiterhin wachsam sein, sensibel mit dem Thema umgehen und die Strategie der Rechtsextremisten offenlegen. „Gemeinsam für Vielfalt“ wird daher weiter aktiv bleiben.

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Veröffentlicht am Oktober 6, 2015, in Allgemeines. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Löhne nun ohne „Germanitenbotschaft“ – Gut so!.

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